Barcelona - eine Stadt, 5 Tage, viele Erlebnisse

Ich glaube es reicht schon euch zu sagen, dass wir Barcelona kaum in 5 Tagen geschafft haben, um eure Neugier zu wecken. Kurz zusammengefasst sind wir in dieser Zeit so viel umher gelaufen wie noch nie und ständig gab es Neues zu entdecken. Die große Metropole und Hauptstadt Kataloniens zwischen Bergen und Meer ist wirklich vielseitig und sehr beeindruckend. Basti musste schon einiges mitmachen, aber glaubt mir der Strandaufenthalt ist trotzdem nicht zu kurz gekommen! Nun lest selbst.

Tag 1 - Passeig de Gràcia und Sagrada Familia

Passeig de Gràcia

Unseren ersten Tag in Barcelona haben wir ganz langsam gestartet, da Basti sein Zeh sich leider entzündet hatte in den vorangegangenen Tagen und er nicht so gut laufen konnte. Trotzdem haben wir unsere Buchung für eine geführte Tour durch die Sagrada Familia natürlich wahrgenommen. Auf dem Weg dorthin sind wir zuerst vom Plaça de Catalunya den Passeig de Gràcia Richtung Norden abgelaufen und haben das Casa Batlló und das Casa Milà von außen bestaunt. Das Casa Batllò wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Antoni Gaudí umgestaltet. Bauftragt wurde er von der Familie Batllò, welche das Haus bewohnten. Weiter Informationen hierzu und viele Bilder für einen ersten Eindruck bekommt ihr auf der offiziellen Website: https://www.casabatllo.es/de/. Wer sehr an Kunst interessiert ist, für den wird sich ein Eintritt sicherlich lohnen. Leider waren wir ohne Tickets und zur Hauptzeit da, sodass wir uns das Anstehen hierfür dann gespart haben. Ein kleines Stück weiter die Straße aufwärts befindet sich das Casa Milá (umgangssprachlich "La Pedrera", zu Deutsch "der Steinbruch"). Die Bezeichnung "Steinbruch" ist eine ironische Anspielung auf die Fassade, die wie ein offener Steinbruch aussieht. Auch dieses Haus wurde von Antoni Gaudí gebaut. In diesem Fall beauftragte ihn die Familie Milá. Mittlerweile ist "La Pedrera" sogar UNESCO-Weltkulturerbe. Auch hier findet ihr online noch weiter Informationen und Bilder: https://www.lapedrera.com/en/home.

Sagrada Família

Danach ging es zu unserer vorher gebuchten Tour in die Sagrada Família. Unsere Tour wurde von Amigos Tours durchgeführt. Gebucht haben wir allerdings über www.getyourguide.de. In unserer Tour war der Einlass ohne Anstehen, VIP-Zugang zu den Türmen und eine 2-stündige Tour auf Englisch enthalten. Ein Ticket im Voraus zu buchen kann ich definitiv empfehlen. In dieser Hitze möchte niemand ewig an der Kasse anstehen. Der Zugang zu den Türmen hat sich leider nicht wirklich gelohnt. Zuerst mussten wir an dem Fahrstuhl nach oben ca. 15 Minuten anstehen. Die Aussicht war durch die eng stehenden Türme dann leider recht beschränkt und Baugitter versperrten die schöne Sicht. Das Geld dafür kann man sich also sparen. Die englische Führung mit Amigos Tours fand ich persönlich sehr gut. Man hat vieles über den Bau, die Symboliken usw. erfahren. Wer sich aber weder für Architektur, Kunst oder Religion interessiert, sollte nicht an so einer Führung teilnehmen. Für Basti wurde das dann nämlich eher langweilig. (*grins*) Ich fand die Führung mit den ganzen Informationen großartig. Jede Figur, jedes Material und jede Darstellung hat eine Bedeutung, was mich unheimlich fasziniert hat. So gibt es an einem der Eingänge zwei Säulen, die bildlich von zwei verschiedenen Schildkröten gestützt werden. Die eine Säule wird von einer deutlich erkennbaren Meeresschildkröte gestützt, da diese zum Meer hin zeigt. Die andere Säule wird von einer Landschildkröte gestützt, da diese zu den Bergen hin deutet. Das ist allerdings nicht die einzige Bedeutung der Schildkröten. Schildkröten können 100-200 Jahre alt werden. So soll die Kirche fertig gebaut auch so ein langes Leben wie Schildkröten haben. Weitere Informationen erhaltet ihr auf der offiziellen Website: http://www.sagradafamilia.org/en/.

Wusstet ihr, dass die Sagrada Família bis heute nicht fertig gebaut wurde? Gaudí konnte sein Lebenswerk nicht mehr vollenden, aber er schrieb zu seinen Lebzeiten alle Informationen zur Fertigstellung der Sagrada Família auf, sodass die Architekten, welche nun alles planen, dies nach seinen Vorstellungen machen können. Bis 2026 (100. Todestag von Antoni Gaudí) soll die Sagrada Família vollendet sein. Auf den folgenden Fotos könnt ihr sehen welche Teile schon gebaut wurden (braun) und welche in den nächsten Jahren hinzu kommen werden (weiß).

Tag 2 - Strandtag am Playa de la Nova Icària und Port Olímpic

Unseren nächsten Tag haben wir zur Entspannung am Strand verbracht. Die Strände sind alle recht gut mit der Metro erreichbar. Die Strände in Barcelona wurden künstlich angelegt, allerdings werden diese auch jede Nacht gereinigt und glatt gezogen. Durch die Nähe zum Port Olímpic habt ihr eine große Auswahl an Essen. Unten sehr ihr ein paar Bilder von der Stadt aus Sicht des Strandes.

Tag 3 - Parc Güell, Bunkers del Carmel und Tibidabo

Parc Güell

An Tag 3 ging es zuerst in den Parc Güell. Auch hierfür haben wir uns vorher Tickets besorgt, um nicht anstehen zu müssen. In der Hoffnung alles in Ruhe erkunden zu können, haben wir direkt ab 8:00 zur Öffnung unsere Tickets gebucht. Die Menge an Menschen hat diese Tageszeit schon etwas reduziert, aber trotzdem war schon sehr viel los und es wurde schwierig ein paar schöne Fotos zu machen, da einige Asiaten da waren und an jeder Säule (von denen es dort sehr viele gibt) ein komplettes Fotoshooting gemacht wurde. Der Park an sich war ganz schön und um mal da gewesen zu sein, lohnen sich die 7€ Eintritt pro Person, allerdings auch kein "Must-See" für uns gewesen. Hier seht Ihr ein paar Eindrücke:

Bunkers del Carmel

Auf der Jagd nach einer besseren Aussicht sind wir dann zu den Bunkers del Carmel gefahren und gelaufen. Auf unserem Weg nach oben haben wir die coolsten Rolltreppen und Aufzüge der Welt entdeckt. Mitten in der Stadt und frei zugänglich für jeden!

Um zu den alten Bunkern zu gelangen, läuft man durch einen Park immer bergauf. Kurz vor den Bunkern haben wir auch eine massive Brücke mit freiem Blick über Barcelona entdeckt, doch die Aussicht von ganz oben war unschlagbar. Bei den Bunkern gab es verschiedene Informationstafeln zu den einzelnen Gebäuden. Diese allerdings nur auf Spanisch und Englisch. Wir haben uns dann einfach auf einen der Bunker gesetzt und unseren Urlaub genossen. Hätten wir gewusst, wie schön (und billig, da kostenlos) diese Aussicht ist, hätten wir uns definitiv eine Decke und Essen für ein kleines Picknick mitgebracht. Im Nachhinein haben wir herausgefunden, dass dies auch ein beliebter Platz bei den Barceloneten ist, da er eben diese besondere Aussicht bietet und frei zugänglich ist. Wir finden dieser Aufstieg hat sich gelohnt!

Tibidabo

Da wir an diesem Tag noch nicht genug Aussicht genossen haben, ging es dann noch auf den Hausberg Tibidabo. Mit dem Zug sind wir zuerst aus der Stadt heraus gefahren und dann mit der Tramvía Blau bis zur Funicular (Seilbahn). Die Tramvía Blau kostet 5,50€ pro Person, hat aber definitiv einen gewissen Charme und war somit für uns ein Muss für eine Strecke. Wer sich das zusätzliche Geld sparen will, fährt mit dem Linienbus und seiner normalen Fahrkarte für die Metro zur Seilbahn nach oben. Die Seilbahn auf den Tibidabo kostet dann auch nochmal 7,70€ pro Person für Hin- und Rückfahrt. Hier kann man leider weder Charme noch eine Aussicht bei der Auffahrt genießen. Wer möchte kann auch mit seinem eigenen Auto hinauf fahren, allerdings wird online geraten einen Parkplatz im Parkhaus im Vorhinein zu buchen.

Oben angekommen auf dem Tibidabo kann man die Aussicht von der Sagrat Cor (angelehnt an die Sacré-Cœur de Montmartre in Paris) für 3,00€ pro Person, von dem Panorama-Areal des Freizeitparks (12,70€ p. P.) oder von dem normalen Freizeitpark (28,50€ p. P.) aus genießen. Wir haben uns aufgrund des Preises für die Sagrat Cor entschieden. Nach der Aussicht von den Bunkers del Carmel, hat uns dieser Blick allerdings weit weniger begeistert. Zu sehen war ungefähr das Gleiche, nur von einer weit höheren Position und gekostet hat es uns ca. 15,00€ pro Person. Die Kirche an sich war natürlich trotzdem sehenswert, aber uns tat das ausgegebene Geld an dieser Stelle dann leid.

Tag 4 - Castell de Montjuïc, Museu Nacional d'Art de Catalunya, Mercat de la Boquerìa und Casino Barcelona

Mercat de la Boqueria

Unser nächster Tag war geprägt von Fußmarsch und Sightseeing. Zuerst ging es über die Las Ramblas zu dem Mercat de la Boquerìa für einen Picknick-Einkauf. Dieser Markt ist zurecht der schönste Markt Barcelonas, wie ich finde, allerdings von Touristen extrem überlaufen. Viele tümmeln sich am Eingang und in den ersten 100m zum Kosten und Obst kaufen. Je weiter man nach hinten und in Seitengänge hinein geht, desto leerer, ruhiger und traditioneller wird es. Hier findet man dann auch mal einen Einheimischen beim Wocheneinkauf. Wir haben natürlich trotzdem typisch Touristen uns mehr angeschaut als eingekauft, denn die Preise waren teilweise auch wirklich übertrieben für die gebotenen Waren. Von Obst, Gemüse und Nüssen über spanisches Fast Food bis hin zu frischem Fleisch und Käse gab es reichlich Auswahl.

Castell de Montujic

Nach unserem kleinen Einkauf ging es den Berg Montjuïc hinauf zum Castell de Montjuïc. Wir waren nach unserem Vortag nun schon an schöne Aussichten gewöhnt, aber der Blick auf den Hafen hat sich trotzdem gelohnt. Wer fußfaul ist, kann auch hier wieder mit einem Linienbus rauf und runter fahren. Eine Seilbahn gibt es auch hier, doch war uns das Geld dafür zu schade. Der Eintritt zum Castell de Montjuïc kostet 5,00€ pro Person, was in Ordnung ist. Allerdings gibt es in der Burg nichts spektakuläres zu sehen. Die Aussicht kann man auch über den kostenfreien Pfad um die Burg herum genießen.

Museu Nacional d'Art de Catalunya

Unser Abstieg vom Berg Montjuïc führte uns über das ehemalige Olympiastadion zum Nationalen Kunstmuseum von Katalonien. Das Gebäude allein ist schon sehenswert und dank unserer Barcelona Card war auch der Eintritt für uns kostenfrei. Da Basti nicht der größte Kunstliebhaber aller Zeiten ist, hat er sich auf einem Sofa in der Eingangshalle ausgeruht und ich bin auf die Jagd nach großen Malern gegangen. Das Museum ist nach Stilepochen unterteilt und über eine Karte findet man sich hier ganz gut zurecht. Falls man bestimmte Künstler sucht, wie ich, kann man einen der Mitarbeiter befragen. Diese nennen einem dann die Raumnummer, wo Werke des Künstlers zu finden sind und schon kann man sich aufmachen zu seinen Lieblingen und muss nicht an jedem dritten Bild nach dem Namen des Künstlers sehen, nur weil das Werk Ähnlichkeit mit einem gesuchten hat. Auf meinem Weg durch das Museum durfte ich somit unter anderem Werke von Miró, Dalí und Picasso bestaunen. Fotografieren war zum Glück auch erlaubt und ich konnte Erinnerungen an diesem Besuch mit nach Hause nehmen. 

Vor dem Museum steht der Fonte Mágica, zu deutsch magischer Springbrunnen. Diesen haben wir nach unserem Museumsbesuch bei Tage bestaunt und am nächsten Tag bei Nacht (siehe Tag 5).

Casino Barcelona

Am Abend ging es dann in Barcelonas größtes Casino (dank der Barcelona Card wieder mit freiem Eintritt). Das Casino war riesig und sehr schick. Leider war der Großteil der Spiele auf Spanisch oder höchstens Englisch und keines davon war uns bekannt, sodass unsere paar Euro Einsatz schnell verzockt waren. Auf unser Freigetränk haben wir verzichtet, da wir an der Bar ewig hätten anstehen müssen. Stattdessen sind wir bei Nacht noch an der Strandpromenade entlang spaziert und Basti konnte ein paar tolle Nachtaufnahmen machen. Hier haben wir übrigens auch das erste Mal Bekanntschaft mit Barcelonas Dieben gemacht. In meiner Routine habe ich mir meine kleine Handtasche über die Schulter nach hinten gehängt. Dank Basti seiner Aufmerksamkeit sind wir hier noch einmal mit einem Schrecken davon gekommen, da nicht viel gefehlt hätte bis zum Diebstahl meines Portemonnaies oder Handys.

Tag 5 - Sightseeing, Strandtag am Playa Barceloneta & Fonte Mágica

Monument a Colom, Catedral de Barcelona, Arc del Triomf und Parc de la Ciutadella

An unserem letzten Tag in Barcelona ging es über Umwegen zum Strand Playa de Barceloneta. Schließlich hatten wir noch nicht alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen. So ging es für uns zuerst zum Kolumbus-Denkmal und dann weiter durch das Viertel Barri Gótic zur Catedral de Barcelona. Ich wäre sehr gerne noch in die Kathedrale gegangen, aber die Warteschlange war zu lang für unsere knappe Zeit. Dann ging es zum Arc del Triomf und über den Parc de la Ciutadella weiter zum Strand.

Castellers de Barcelona

Teil unseres Abendprogrammes waren dann auch die sogenannten Castells. Diese Menschenpyramiden werden traditionell in Katalonien zu Festen gebaut. Ihre Teilnehmer werden Castellers genannt. Die Castellers sind in Gruppen nach Ihrem Ortschaften sortiert. Wir konnten an diesem Abend die Castellers de Barcelona und die Castellers de Vilafranca bestaunen. Die Gruppen haben abwechselnd Ihre Pyramiden auf- und abgebaut. 

Zuerst wird die Basis Pinya gebaut. Hierbei verflechten sich die Teilnehmer weitläufig. Dadurch stützen sie den folgenden Stamm und eventuelle Stürze können abgedämpft werden. Dann wird der Stamm Tronc aufgebaut. Hier steigen immer 4 Mann auf die Schultern der unteren und durch gegenseitiges festhalten wird dir Pyramide gestützt. Zum Schluss kommt die Kuppel Pom de Dalt als krönender Abschluss obendrauf. Diese Aufgabe wird von den kleinsten und leichtesten, also den Kindern übernommen. Oben angekommen wird ein Handzeichen gegeben, dass das Ende das Aufbaus signalisiert. Etwas schneller wie die Pyramide aufgebaut wurde, wird diese nun auch wieder abgebaut, indem die Teilnehmer einfach aneinander herunter rutschen. Sind alle gut unten angekommen wird groß  applaudiert und die nächste Gruppe macht sich bereit. In einem Wettbewerb gibt es übrigens erst Punkte für nach einem vollständigen Aufbau ohne Stürze. Umso besser der Auf- und Aubbau gelingt, desto mehr Punkte gibt es. 

Fonte Mágica

Wie bereist erwähnt befindet sich vor dem Nationalen Kunstmuseum Kataloniens der Fonte Mágica. Mittwochs bis Sonntags in der Zeit von 21:30-22:30 findet hier im Sommer eine Musik- und Lichtershow statt. Das haben wir uns nach uns natürlich nicht entgehen lassen. Hier gilt die Regel, wer zuerst kommt, sitzt zuerst. Die Plätze sind begrenzt, da diese öffentliche Veranstaltung heiß begehrt ist. Sicherheitskräfte sind dauerhaft zu dieser Zeit dauerhaft im Einsatz, damit niemand von einem Geländer oder Ähnlichem fällt. Die Show war auf jeden Fall ein toller Abschluss einer großartigen ersten Urlaubswoche!

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Kommentare: 1
  • #1

    Katti (Montag, 23 Oktober 2017 04:34)

    Da hattet ihr eine wunderschöne Reise und nach deinem Reisebericht steht für mich fest: Barcelona ist eine Reise wert!

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