Ein Weg durch den Kosmetik-Dschungel

Kosmetik ist nicht gleich Kosmetik. Im Laufe der Jahre hat sich die Kosmetikindustrie gewandelt und so sind auch verschiedene Produktsparten entstanden. Neben der herkömmlichen Kosmetik gibt es auch naturnahe Kosmetik, Naturkosmetik und Bio-Kosmetik. Was dies im Einzelnen bedeutet, möchte ich euch in diesem Blogpost erklären.

 

Zuerst einmal möchte ich euch erzählen wie ich zu diesem Thema gekommen bin. Anfang des Jahres habe ich begonnen mich mit Minimalismus zu beschäftigen. Dazu gehört für mich auch Minimalismus in Kosmetika. Dadurch bin ich dann erstmal auf diese ganzen Begriffe gekommen und habe mich mit Inhaltsstoffen in Kosmetikprodukten, die ich schon zu Hause habe, beschäftigt. Dafür habe ich zum einen natürlich viele andere Blogposts gelesen und dann habe ich auch tolle Apps entdeckt. Da gibt es die App CodeCheck, welche gut für Informationen über vegane Produkte und Ähnliches ist. Meine aktuell liebste App ist CleanBeauty. Diese gibt Aussagen über alle synthetischen Inhaltsstoffe und listet zu jedem Produkt die kontroversen, allergischen und hormonellen Inhalte auf. Wer sich für Umweltschutz und Co. interessiert sollte sich auch die App BeatTheMicrobead herunterladen. Diese App sagt euch, ob sich Mikroplastik und Plastikmikroperlen in euren Kosmetikprodukten befinden. Mikroplastik ist oftmals in Peelings und Duschgelen enthalten und kann in unseren Wasserklärwerken nicht herausgefiltert werden und gelangt somit ins Grundwasser. Weitere Informationen erhaltet ihr hier: Mikroplastik - Ein kleiner Überblick. Nachdem ich also meine eigenen Produkte überprüft habe, habe ich diese gleich mal aussortiert. Tuben, die bald leer sind, habe ich sofort entsorgt und den Rest habe ich verschenkt bzw. brauche ich noch auf. Alles was neu gekauft wird, ist mindestens Naturkosmetik. Ich kaufe aber nicht nur wegen der Umweltaspekte, sondern auch für meine eigene Gesundheit.

Konventionelle Kosmetik (Synthetische Kosmetik) beinhaltet alles an Inhaltsstoffen, was gesetzlich zugelassen ist. Inklusive der kontroversen, allergischen und hormonell wirksamen Inhaltsstoffe. Diese Produkte beherrschen momentan noch den Markt und sind natürlich auch oftmals viel preisgünstiger. (Bsp.: Garnier, L´Oréal, Eucerin, Nivea, Vichy, Dove)

In naturnaher Kosmetik befinden sich keine kontroversen Inhaltsstoffe und ein Anteil der Inhaltsstoffe ist natürlichen Ursprungs. Diese Produkte erkennt ihr gut an den Schriftzügen „ohne Sulfate“, „ohne Parabene“, „ohne Silikone“, … Allerdings betreiben viele dieser Marken mit ihren Produkten Greenwashing. Greenwashing bedeutet, dass eine Marke oder Produkte als natürliche Produkte dargestellt werden, obwohl sie keine Naturkosmetik sind. (Bsp.: Phyto, Sisley, Korres, Aveda, The Body Shop, Yves Rocher, Caudalie, Origins)

Vegane Kosmetik beschreibt lediglich, dass die Inhaltsstoffe nicht tierischen Ursprungs sind und die Produkte nicht an Tieren getestet wurden. Das kann sowohl auf die Klassische Kosmetik, als auch Naturkosmetik zutreffen. (Bsp.: CD, Kneipp)

Für Naturkosmetik gibt es keine eindeutige Begriffsdefinition. Je nach Naturkosmetiksiegel haben die Produkte einen bestimmten natürlichen Anteil an Inhaltsstoffen. Die Inhaltsstoffe können allerdings auch chemische Abkömmlinge von natürlichen Rohstoffen sein und ohne den Zusatz „vegan“ auch tierischen Ursprungs. (Bsp.: Melvita, Santé, Alverde, Weleda, Dr. Hauschka,)

Bio-Kosmetik ist quasi Naturkosmetik mit einem bestimmten Anteil an Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Auch diese haben je nach Zertifizierung einen unterschiedlichen prozentualen Anteil. Auch hier gilt, dass Bio nicht automatisch vegan bedeutet. (Bsp.: Lavera, Dr. Hauschka, Martina Gebhardt, Susanne Kaufmann, Pure Skin Food, i+m)

 

Mittlerweile wurden allgemeine Regelungen aufgestellt, was Naturkosmetik enthalten bzw. nicht enthalten darf, allerdings gibt dies noch immer keine grundlegende Aussage zu den prozentualen Anteilen:

  • Keine Gentechnik
  • Keine radioaktive Bestrahlung
  • Stark limitierter Einsatz von synthetischen Inhaltsstoffen
  • Keine Konservierungsstoffe
  • Keine synthetischen Fette, Öle, Wachse oder Silikone
  • Keine Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis
  • Keine Farbstoffe und pH-Wert-Stabilisatoren
  • Umweltschonende Herstellung und Verarbeitung

 

Die bekanntesten Labels für Naturkosmetik sind BDIH, COSMOS, NaTrue und EcoCert. Allerdings gibt es auch viele kleine Marken, die nicht zertifiziert sind und trotzdem den Ansprüchen entsprechen. Dies liegt an den hohen Kosten für die Zertifizierung. Deshalb traut euch ruhig auch andere Marken zu testen.

 

 

Wie ihr seht ist Kosmetik nicht gleich Kosmetik und die Einteilung somit nicht ganz einfach. Allerdings kann ich aus Erfahrung sagen, dass die oben genannten Apps und vorher gesammelte Informationen über eine Marke oder ein Produkt enorme Hilfen sind bei der Kaufentscheidung.


Kurzes Beispiel: die alte Gesichtscreme von meinem Freund hat synthetische Stoffe enthalten, die neurologisch wirksam sein können und somit als kontrovers eingestuft wurde. Seine neue Gesichtscreme ist vegan, Naturkosmetik und tierversuchsfrei. Als einziger bedenklicher Stoff ist "Limonene" enthalten, welcher lediglich als Duftstoff eingesetzt wird und Menschen eventuell allergisch darauf reagieren könnten.

 

Ich freue mich von euren Erfahrungen mit Naturkosmetik zu lesen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Julia Schneider (Donnerstag, 23 August 2018 09:27)

    Ich bin ein großer Fan von Make-up und probiere deshalb gerne viel aus. Naturkosmetik benutze ich auch gerne. Ich wusste nicht, dass es so viele Regelungen dafür gibt. Das finde ich gut.
    https://www.apotheke-goisern.at/de/kosmetik/

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